• Bin ich eigentlich gegen alles versichert – oder gegen gar nichts?

    Du gehst ins Bad, stehst vor deinem Waschbecken und es tropft.

    Eigentlich willst du dich darum kümmern, aber das Leben ruft, also: „Wird schon passen.“

    Drei Wochen später steht dann plötzlich der Mieter von der Wohnung unter dir mit Badelatschen im Flur und fragt: „Hast du ne Haftpflicht?“

    Und genau dort beginnt sie, die Versicherungslücke, von der du nichts wusstest.

    Ich habe alles, bin bestens abgesichert und außerdem passiert mir eh nie etwas

    Viele denken irgendwie, sie seien bestens abgesichert.

    Weil man doch mal etwas abgeschlossen hat.

    Weil „Hausrat und Haftpflicht“ ja sowieso gleich klingen.

    Und weil das mit der Berufsunfähigkeit ja eh so kompliziert war, also ist es jetzt bestimmt erledigt.

    Leider nicht ganz richtig.

    Zwischen „Du bist schuld“ und „Das ist versichert“ liegen manchmal drei Briefe, zwei Ablehnungen und ein Blick ins Kleingedruckte.

    Ein paar Klassiker, die häufig auf meinem Tisch landen

    Du fegst deinen Fernseher selbst vom Sideboard -> Hausrat zahlt nicht.

    Du zerdepperst den Fernseher beim Umzug bei jemand anderem -> Haftpflicht? Vielleicht. Hier kommt es darauf an, ob du unentgeltlich geholfen hast.

    Handy runtergefallen?

    Selbst schuld = nicht versichert

    Ein Bekannter schlägt es aus Versehen aus der Hand, dafür kann er haftbar gemacht werden und in der Regel zahlt dies die Private- Haftpflichtversicherung (vorausgesetzt es besteht eine). Hat der Bekannte dein Handy vorsätzlich zerstört, haftet er ebenfalls, aber die Private-Haftpflichtversicherung leistet in so einem Fall nicht.

    Lebst du mit jemandem zusammen und der Person fällt dein Handy runter = oft nicht mitversichert

    Kurz gesagt: Eine Privathaftpflicht leistet für Schäden gegenüber Dritten. Zudem gilt in der privaten Haftpflichtversicherung die Zeitwertregelung. Bedeutet, dass bei der Abwicklung von Schäden der Zeitwert des beschädigten Gegenstands verwendet wird.

    Anders ist es bei der Hausratversicherung:

    Wird dein eigenes Gerät z.B. durch einen Wohnungsbrand beschädigt, bekommst du in der Regel den Neuwert ersetzt, also das, was du für ein gleichwertiges neues Gerät zahlen müsstest.

    📚 Kleiner rechtlicher Exkurs:

    Haftpflicht bedeutet nichts anderes als:

    Wer einem anderen einen Schaden zufügt, muss dafür einstehen. Das regelt § 823 BGB und zwar ziemlich deutlich.

    Das kann sowohl durch aktives Verhalten, als auch durch Unterlassen passieren. Selbst wenn du nicht absichtlich handelst, kann eine sogenannte Gefährdungshaftung greifen, also eine Haftung ohne eigenes Verschulden, nur weil eine gewisse Gefahr besteht z.B. das Halten eines Haustieres.

    Für Schäden, die du jemand anderem schuldhaft zufügst, haftest du unbegrenzt und zwar in voller Höhe.

    Deshalb ist eine Haftpflichtversicherung kein „Nice-to-have“, sondern eher ein „Bitte-haben!“

    🔎 Fazit:

    Bedingungen auswendig lernen? Brauchst du nicht! Es lohnt sich jedoch ab und zu mal zu fragen:

    Bin ich wirklich so abgesichert, wie ich denke – oder ist mein Schutz eher theoretisch?

    Zwischen „Ich dachte, das wäre drin“ und „Sorry, das ist nicht versichert“ liegt oft nur ein Missverständnis.

    🔜 Vorschau auf den nächsten Artikel:

    „Versichert auf vier Rädern – was die KFZ-Versicherung wirklich kann“

    Ob Wildschaden, Parkrempler auf dem Supermarktparkplatz oder ein Auffahrunfall – im nächsten Artikel schauen wir mal unter die Motorhaube deiner Police.

    Bis bald!

    Deine Franziska 🚗✨